Wohnen - wie sind Flüchtlinge untergebracht?

Landeserstaufnahmeeinrichtung

Bevor Flüchtlinge nach Kehl kommen, werden sie nach ihrer Ankunft in Baden-Württemberg in einer Landeserstaufnahmeinrichtung (LEA) untergebracht. Dort werden sie registriert und medizinisch untersucht. In der Regel stellt ein Asylbewerber in der LEA einen Antrag auf Asyl. Zuständig für die LEA sind die Regierungspräsidien.

Anschlussunterbringung in Kehl

Die Stadt Kehl versucht, alle Flüchtlinge, die das Recht haben, die beengte Erstunterbringung zu verlassen, möglichst rasch in privaten Wohnungen unterzubringen. Bei der Stadt haben sich in den vergangenen Wochen immer wieder Vermieter gemeldet, die bereit sind, Wohnungen an Flüchtlingsfamilien zu vermieten. In dieser Anschlussunterbringung stehen den Familien bis zu 45 Quadratmeter Fläche für die erste Person und jeweils 15 Quadratmeter für jede weitere Person zu. Vermieter haben die Möglichkeit, die Flüchtlingsfamilie, die in ihre Wohnung einziehen soll, vorher kennenzulernen.

Wie muss man vorgehen bei der Wohnungssuche für Flüchtlinge mit und ohne Anerkennung? EIne Beschreibung der einzelnen Schritte gibt es hier:

Orientierungshilfe für Flüchtlinge mit Anerkennung

Wer eine Wohnung für Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung anbieten möchte, kann sich an Johanna Bung wenden:

j.bung@stadt-kehl.de
07851 88-1271 (nur vormittags)

Auch für diese Wohnungen bezahlt zunächst der Landkreis die Miete – allerdings muss der Mietpreis angemessen sein und darf eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Flüchtlingsfamilien, die in die Anschlussunterbringung gehen können, machen in der Erstunterbringung wieder Plätze frei – die vom Kreis auch rasch wieder belegt werden.

Erstunterbringung in Kehl

Sobald ein Flüchtling die LEA verlässt, geht die Zuständigkeit für seine Unterbringung auf den Landkreis über. Dieser verteilt die Flüchtlinge - abhängig vom Bevölkerungsschlüssel - auf die Gemeinden, wo sie zunächst eine Unterkunft beziehen, die sich Erstunterbringung nennt. Jedem Flüchtling stehen in der Erstunterbringung 4,5 Quadratmeter reine Wohnfläche zu. Das bedeutet, dass in einem Raum von 25 Quadratmetern Grundfläche fünf Personen schlafen und wohnen. Sie teilen sich mit den anderen in derselben Wohnung untergebrachten Flüchtlingen sowohl die sanitären Anlagen als auch die Küche. Konkret bedeutet dies beispielsweise, dass auf 14 Personen eine Toilette und eine Dusche kommen können.

Zimmer in einer Erstunterbringung

Da der Landkreis nur über wenige eigene Gebäude verfügt und es sich bei den meisten um Krankenhäuser, Schulen und Sporthallen handelt, hat der Kreis die Kommunen aufgefordert, Flüchtlingsunterkünfte bereitzustellen, die dann vom Kreis angemietet werden. Der Kreis stattet diese Unterkünfte mit der immer gleichen Einheitsmöblierung aus: Stahlrohrbetten und abschließbare Stahlschränke, ein einfacher Tisch und Stühle pro Zimmer. Dies hat auch hygienische und brandschutztechnische Gründe. Eigene Möbel dürfen die Flüchtlinge in der Erstunterbringung nicht haben.

Die Stadt Kehl hat von Anfang an das Konzept verfolgt, die Flüchtlinge dezentral unterzubringen, das heißt, in Wohnungen, die über das komplette Stadtgebiet verteilt sind und die Ortsteile miteinschließen. Dadurch haben es die Flüchtlinge leichter, sich zu integrieren, weil sie in der Regel auf hilfsbereite Nachbarn stoßen. Außerdem verteilen sich Flüchtlingskinder auf Schulen und Kindergärten, so dass die Einrichtungen gleichmäßiger belastet werden. Dass Sporthallen oder andere öffentlich genutzten Gebäude mit Flüchtlingen belegt werden müssen, soll möglichst verhindert werden.

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    Mit dem zweijährigen Teilzeitkurs DaBEI! bietet der katholische Fachverband IN VIA ein neues Projekt für Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung in Offenburg an.

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