Kehler Dolmetscher-Pool erneut gewachsen

Sie unterstützen Menschen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich dabei, Sprachbarrieren in Kindergärten, Schulen und Beratungsstellen zu überwinden: Insgesamt 73 Frauen und Männer bilden den Dolmetscher-Pool, der mit mehr als 4000 Einsätzen inzwischen auch über Kehl hinaus zu einer fest etablierten Einrichtung geworden ist.

„Die Dolmetscher sind in Kindergärten, Schulen, Beratungsstellen, Behörden und vor allem in Arztpraxen im Einsatz“, weiß Claudia Mündel, Leiterin der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt, die den Dolmetscher-Pool koordiniert und betreut. Die Möglichkeit, bei wichtigen Gesprächen einen Dolmetscher einzusetzen, beurteilten alle Beteiligten als sehr hilfreich. Dies bestätigen auch die Zahlen: „Seitdem der Dolmetscher-Pool 2013 gestartet ist, waren die Ehrenamtlichen mehr als 4000 Mal im Einsatz“, berichtet sie. Im vergangenen Jahr sei die Nachfrage zwar leicht zurückgegangen, sie befinde sich aber nach wie vor auf einem hohen Niveau. Darum freut sich Claudia Mündel, dass die Zahl der Mitglieder nach wie vor stetig steigt und betont: „Vor sechs Jahren waren es noch 24 Ehrenamtliche, die sich im Dolmetscher-Pool engagiert haben, mittlerweile sind es 73! Das ist eine tolle Entwicklung.“

Die neuen Dolmetscher bei ihrer Schulung im November mit Edgar Berg vom Diakonischen Werk (dritte stehende Person von rechts) und Claudia Mündel, Leiterin der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt (vorne rechts).

Alleine im vergangenen Jahr hätten sich 17 Kehlerinnen und Kehler dazu entschieden, sich ehrenamtlich für Menschen mit Migrationshintergrund einzusetzen. Außer den erforderlichen Sprachkenntnissen werde nur vorausgesetzt, dass die Person „zuverlässig, verschwiegen und geduldig ist“, wie Edgar Berg vom Diakonischen Werk betont. Darüber hinaus müsse jede Dolmetscherin und jeder Dolmetscher vor den Einsätzen eine spezielle Schulung durchlaufen. Dabei würden die Teilnehmenden von Migrationspädagoginnen vom DRK Kreisverband Freiburg über die Notwendigkeiten und Merkmale des professionellen Dolmetschens informiert und durch spezifische Rollenspiele an ihre künftigen Aufgaben herangeführt. Herausforderungen in der Dolmetscherrolle, wie Distanz zu den Klienten zu bewahren sowie die administrativen Abläufe des Dolmetschereinsatzes seien weitere Themenbereiche, mit denen sich die Teilnehmenden im Vorfeld ihrer Tätigkeit auseinandersetzen müssten.

Wer Fragen zum Dolmetscher-Pool hat oder sich darin ebenfalls ehrenamtlich engagieren möchte, der kann sich per E-Mail an c.muendel@stadt-kehl.de oder telefonisch unter 07851 88-2400 an Claudia Mündel sowie per E-Mail an edgar.berg@diakonie.ekiba.de oder telefonisch unter 07851 70866620 an Edgar Berg wenden. Weitere Informationen erhalten Interessierte auch im Internet unter www.kehl.de/dolmetscherpool.

Info:
Vor sechs Jahren starteten in Kehl die ersten 24 ehrenamtlichen Dolmetscherinnen und Dolmetscher im Rahmen des Dolmetscher-Pools mit ihren Einsätzen. Dieser wurde eigens dafür von der Stadt Kehl in Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werkes eingerichtet. Das Projekt wurde zu Beginn vom Verein Netzwerke für Bildungspartner und der Bürgerstiftung Kehl finanziell unterstützt. Inzwischen trägt die Stadt Kehl die Kosten allein. Für ihr Engagement erhalten die Dolmetscherinnen eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro pro Einsatz.

13.03.2019

 

Flüchtlingshilfe Kehl

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