Gerappte Inklusion: Schülerinnen und Schüler drehen Musik-Video

In der Oberlin-Schule wird jetzt auch gerappt. Im Rahmen eines Hip-Hop-Workshops drehen acht Schülerinnen und Schüler des Oberlin-Schulverbundes in Kork gemeinsam mit dem Inklusionsbeauftragten Nicolas Uhl ein Rap-Video. Sowohl der Text als auch die Bildsprache im Video beschäftigen sich dabei mit dem Thema Inklusion. Das Besondere daran: Alle Protagonistinnen und Protagonisten sind selbst Menschen mit Handicap.

Ein Schüler im Rollstuhl fokussiert mit einer Videokamera ein buntes Bällebad an. „Drei, zwei, eins“, zählt ein Mitschüler im Hintergrund herunter. Auf „Los“ springt zwischen den Bällen ein Kind hervor, das bis dahin gar nicht zu sehen war. Schnitt, die Szene ist im Kasten. Doch was haben bunte Plastikbälle mit Inklusion zu tun? „Sehr viel, der Inklusionsgedanke wurde in dem Musikstück dreifach umgesetzt“, erklärt Nicolas Uhl. Nicht nur der Liedtext handle von der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft, auch die Produktion des Videos schließe alle mit ein: So durften die elf-bis 19-Jährigen eigenständig Regie führen und gleichzeitig die unterschiedlichen Passagen des Textes selbst visuell darstellen. Die Szene mit den Bällen werde später im Video zu sehen sein, wenn es heißt: „Ich sehe so viel Leid und Hass, so viel Streit und Quatsch.“

Beim Videodreh hatten die Schülerinnen und Schüler eine Menge Spaß.zoom

Neben seiner Tätigkeit als Inklusionsbeauftragter hat Nicolas Uhl Hip-Hop als Leidenschaft für sich entdeckt und rappt in seiner Freizeit unter dem Künstlernamen „Drive-By“. Seine Idee zu dem besonderen Rap-Video ist von den Schülerinnen und Schülern des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) der Oberlin-Schule begeistert aufgenommen worden. Gemeinsam mit seinem Freund Maximilian Eichner, der viel Rap- und auch Workshoperfahrung einbringt und dem Musiktherapeuten der Schule, Nicolas Dries, führt der 28-Jährige die Schülerinnen und Schüler in dem insgesamt dreiteiligen Workshop zunächst theoretisch an das Thema Hip-Hop heran. Zu Beginn bekommen die Teilnehmenden eines der Rap-Videos von ihm zu sehen. „Vielen war gar nicht bewusst, dass man auch als Mensch im Rollstuhl Rapper sein kann“, beschreibt er die anfängliche Reaktion der Jugendlichen.

Maximilian Eichner (links) brachte einiges an Raperfahrung in den Workshop ein.  zoom

Den Liedtext hat er selbst geschrieben, ebenso ist er für den Sprechteil im Lied zuständig. Wie die Textpassagen später im Video visuell dargestellt werden sollten, das haben die Schülerinnen und Schüler selber überlegt. „Die Schüler waren jede Minute hochkonzentriert und haben dabei gleichzeitig so viel Kreativität an den Tag gelegt“, freut sich der Inklusionsbeauftragte. So deutet ein Schüler bei „Hab‘ es satt, dafür ist unsre Zeit doch viel zu knapp“ auf eine Armbanduhr. „Nicht das was uns trennt, sondern das was wir gemeinhaben“ wird mit einer Trennwand visualisiert, die zwischen einer Gruppe Schülerinnen und Schüler steht und symbolisch weggeschoben wird.
Auch Schülerinnen und Schüler, die sich verbal nicht äußern können, treten im Video auf. Ein Mädchen verständigt sich in ihrem Alltag dadurch, dass sie mit ihrem Finger auf ein Holzbrett mit Buchstaben zeigt und dadurch ihre Antwort Stück für Stück buchstabiert. Sie ist in der Passage „Ich bin bereit für Action, und will ein Zeichen setzen“ mit ihrem Zeichenbrett zu sehen. Manche der Schüler verständigen sich auch durch bestimmte Laute. Diese wurden ebenfalls vertont und sind im Lied im Hintergrund zu hören.
Ob und in welcher Weise das fertige Video dann für die Öffentlichkeit zu sehen sein wird, steht aktuell noch nicht fest. Für Nicolas Uhl steht bei diesem Projekt die Arbeit mit den Jugendlichen und deren Spaß an der Sache im Vordergrund: „Ich bin unglaublich stolz, dass ich mit ihnen diesen Workshop machen durfte. Es war für alle ein riesiger und positiver Lerneffekt.“ Für ihn sei besonders wichtig, dass das Thema Inklusion dadurch nochmal auf einer ganz anderen Ebene angesprochen werden kann.

05.04.2019

 

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