Bilanz Stadtradeln: Sieger fuhr knapp 1 800 Kilometer in drei Wochen

1409 Kommunen haben sich in diesem Jahr am Wettbewerb Stadtradeln beteiligt. Deutschlandweit auf dem sechsten Platz liegt der Ortenaukreis (insgesamt 1 555 590 gefahrene Kilometer) und hängt damit einwohnerstärkere Großstädte wie Köln, Düsseldorf oder Stuttgart ab. Die Kehler Stadtradlerinnen und Stadtradler waren ebenfalls fleißig und sammelten über den Aktionszeitraum von drei Wochen 64 465 Fahrradkilometer.

Deutlich mehr als 110 Millionen Kilometer haben alle deutschen Stadtradlerinnen und -radler zusammen auf ihren Drahteseln zurückgelegt – eine Strecke, mit der die Erde fast dreimal umrundet werden kann. Hätten sie diese schwer vorstellbare Distanz mit Autos oder Motorrädern bewältigt, so wären dadurch knapp 16 236 Tonnen klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) an die Umwelt abgegeben worden. Allein in Kehl kamen bei der Radaktion im Zeitraum von 7. bis 27. September mehr als
64 465 Kilometer zusammen – dadurch wurden rund neun Tonnen CO2 eingespart. In der Rheinstadt beteiligten sich 212 Menschen in 18 Teams. Am fleißigsten war die Gruppe „Schwer im Verkehr“ mit insgesamt 12 681 zurückgelegten Kilometern. Auf Platz zwei landete die Diakonie Kork mit 8 897 Kilometern, dicht gefolgt vom Offenen Team Kehl mit 8 083 Kilometern. Schaut man sich jedoch das Ergebnis pro Kopf an, war das Offene Team Kehl am aktivsten: Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin aus dieser Gruppe hatte im Durchschnitt eine Strecke von 622 Kilometern innerhalb des Aktionszeitraums zurückgelegt.

Bei den Einzelwertungen waren die drei folgenden Männer am aktivsten: 

  • Den dritten Platz im Kehler Ranking belegt Gerd Baumer mit stolzen 1 668 Kilometern. Mit seinem E-Rennrad ging er für das Offene Team Kehl an den Start. "Ich war täglich im Auenheimer Freibad – den Weg dorthin bin ich mit dem Rad gefahren", erklärt Gerd Baumer. Auch im Schwarzwald kann man den aktiven Rentner häufig antreffen: "Hier hilft mir der Motor, den Berg hinauf zu kommen. In flacheren Strecken brauche ich ihn gar nicht, da er sich ab einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern sowieso abschaltet – und ich bin ohnehin meist schneller."
  • Eine Nasenlänge weiter vorne ist Michael Spitznagel von den KT-Radlern. 1 681 Kilometer hat er über die drei Wochen gesammelt. Der passionierte Rennradfahrer aus Sundheim ist fast täglich unterwegs und bereits seit mehreren Jahren aktiv beim Stadtradeln dabei: "2012 konnte ich die Pole-Position für mich gewinnen mit 1 627 Kilometern." Dass er jetzt sogar eine noch bessere Wertung erzielt hat, empfinde er zwar als sehr schön, ein Ansporn zum Radfahren ist es jedoch nicht, denn "ich bin ohnehin gerne sportlich unterwegs".
  • Michael Jöst ist der aktivste Fahrer beim diesjährigen Stadtradeln. Der Kehler, der im Team "Schwer im Verkehr" fuhr, schaffte eine Distanz von insgesamt 1 771 Kilometern. "Radeln ist für mich Hobby, Sport, Ausdauertraining und wunderschöne Freizeitbeschäftigung, umso mehr noch bei dem Gedanken an die Umwelt und Natur, die man durchstreift", beschreibt er seine Leidenschaft für das Radfahren. Wie der Zufall es so wollte, befand sich Michael Jöst zum Start des Aktionszeitraum gerade auf einer Radreise durch die Bretagne und die Normandie: "So kamen täglich zwischen 80 und 100 Kilometer zusammen."

Stadt verlost Preise

Neben dem Umweltaspekt wird zusätzlich das klimafreundliche Mobilitätsverhalten belohnt: Unter den aktiven Teilnehmenden verloste die Stadt wetterfeste Fahrradtaschen, zudem stellt Kehl den Radlerinnen und Radlern mit den meisten Kilometern eine Urkunde aus. Wer wissen möchte, wie die teilnehmenden Kommunen beim diesjährigen Stadtradeln im Detail abgeschnitten haben, kann die Ergebnisse unter www.stadtradeln.de/ergebnisse einsehen. Wie viele Kilometer die Kehler Teams zurückgelegt haben, erfahren Interessierte unter www.stadtradeln.de/kehl

Aktionen rund ums Stadtradeln

In Kehl wurde das Kilometersammeln um mehrere Veranstaltungen ergänzt: Die Bürgerinitiative Umwelt organisierte zum Beispiel eine familienfreundliche Radtour mit Informationen zur Natur rund um die Rheinstadt. Das Hauptaugenmerk der Stadtverwaltung lag in diesem Jahr auf Berufspendlerinnen und –pendlern: In Kooperation mit Rheinau und Willstätt konnten Interessierte bei geführten Fahrradtouren herausfinden, wie die Radverbindungen in Zukunft weiter ausgebaut werden sollen und wo Ausbaupotenziale bestehen. Im Fokus standen dabei neben technischen Aspekten, wie der Beschaffenheit der Wege, Querungsstellen und der Beschilderung, auch der Ausbau des Angebots an touristischen Radwegen.

Auf welchen Wegen man über die Stadtgrenzen hinaus mit dem Rad unterwegs sein kann, lies sich bei zwei geführten Touren entdecken. Kehl bot diese gemeinsam mit der Stadt Rheinau und der Gemeinde Willstätt an. Foto: Gemeinde Willstättzoom

Ergänzend dazu hatte die Stadt einen „Markt der nachhaltigen Mobilität“ eingerichtet: Rund um den Marktplatz konnten Interessierte bei verschiedenen Fahrradhändlern eine Auswahl an E-Bikes, Seniorenrädern oder Lastenfahrrädern testen. Stadtmobil Südbaden als regional ansässiges Carsharingunternehmen informierte über sein Angebot. Der Bereich Stadtplanung/Umwelt stand Marktbesucherinnen und –besuchern mit Informationsmaterial zu aktuellen und geplanten Projekten im Mobilitätsbereich für Fragen zur Verfügung. „Wichtig ist vor allem der Austausch mit den Verkehrsteilnehmern “, zieht Matthias Kaufhold vom Bereich Stadtplanung/Umwelt Bilanz zum diesjährigen Stadtradeln. Es gehe zum einen darum, zu vermitteln, dass mit umweltfreundlichem Mobilitätsverhalten alle einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können; die ermittelten Kilometerzahlen oder eingesparten Tonnen CO2 seien eher symbolisch zu sehen. Zum anderen wolle die Stadt das Angebot an sicheren und komfortablen Radrouten systematisch ausbauen. Eine Haushaltsbefragung aus 2014 hat ergeben, dass die Kehlerinnen und Kehler oft und gerne auf das Fahrrad zurückgreifen und etwa 23 Prozent ihrer Wege damit zurücklegen. Damit liege die Rheinstadt auf einem sehr guten Niveau. „Jetzt kommt es vor allem darauf an, das Radfahren noch stärker in den Alltag zu integrieren, indem Pendlerinnen und Pendler mit einer guten Infrastruktur überzeugt werden und auch Gelegenheitsfahrerinnen und -fahrer häufiger aufs Rad steigen“, sagt Matthias Kaufhold.

Mitmachen beim Fahrradklimatest

Die Stadt macht in diesem Zusammenhang auf den Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) aufmerksam. Bis Ende November können Radfahrende die Situation in Kehl und anderen Städten bewerten. Gefragt wird dabei nicht nur nach der Qualität von Radwegen und Ampelschaltungen, sondern auch nach dem Verhältnis zwischen Radfahrenden und Autoverkehr sowie dem Fahrradkomfort in der Stadt insgesamt.

08.10.2020

 

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