Corona beschert Wohnmobilstellplatz Negativrekord

Trotz der zahlreichen Sonnentage im Spätsommer machen sich die Auswirkungen des Coronavirus auch auf dem Wohnmobilstellplatz bemerkbar. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Übernachtungszahlen bis Ende September um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Das ist der niedrigste Wert, seitdem die Camping-Oase auf 40 Stellplätze erweitert wurde. Anders als in den Jahren zuvor war das Gelände in keinem Monat vollständig ausgebucht. Die höchste Besucherzahl wurde erst in der zweiten Jahreshälfte gemessen – in den normalerweise frequenzstarken Monaten April und Mai hat der neuartige Virus den Start in die Saison verzögert.

„Während der Hochphase der Pandemie im Frühjahr hatten wir siebeneinhalb Wochen geschlossen“, sagt Bettina Tiggemann von den Technischen Diensten Kehl (TDK). Die TDK betreiben den Wohnmobilstellplatz am Wasserturm. „Auch danach war der Andrang erstmal zögerlich.“ Die Mitarbeiter der TDK zählen von Januar bis September etwas mehr als viertausend Übernachtungen, im Vorjahr hatten in diesem Zeitraum noch 8620 Reiselustige ihre Nächte auf dem Stellplatz verbracht. „Der Corona-Lockdown ist genau in den Saisonstart gefallen“, berichtet Bettina Tiggemann. „Selbst nach der Wiedereröffnung war die Anlage noch wie leergefegt.“ Während Ende Mai das öffentliche Leben wieder anlief, gab es auf dem Gelände lediglich 50 Übernachtungen – im vergangenen Jahr kam man in dieser Zeit auf mehr als das Zehnfache.

Top-Monat nicht ausgebucht

Seitdem der städtische Wohnmobilstellplatz zur Landesgartenschau 2004 den Betrieb aufgenommen hat, zieht er Jahr für Jahr mehr Reisende an. Bereits 2008 konnte die Anlage ihren Umsatz im Vergleich zur Eröffnung mehr als verdoppeln. Die TDK erweiterten daraufhin die Stromversorgung auf der Fläche und stellten einen Kassenautomat auf, welcher den Campenden in der Folge erlaubte, vor Ort einzuchecken. Da das Gelände daraufhin in den Sommermonaten häufig voll belegt war, wurde es 2011 auf 40 Stellplätze erweitert. Seitdem 2012 die Jahresbilanz der großen Anlage erfasst wird, haben sich die Zahlen abermals verdoppelt. In diesem Jahr sind sie von Januar bis September allerdings auf den bislang niedrigsten Stand gefallen. Bei den Übernachtungen, die in diesen Aufzeichnungen festgehalten werden, handelt es sich um die gezählten Wohnmobile.

Sie werden anhand ihrer Kennzeichen, nach Herkunftsländern, kategorisiert. Je Fahrzeug reisen durchschnittlich 2,5 Gäste an. Nach dieser Zählung war der Juli der besucherstärkste Monat mit 1108 Gästen. Bei voller Auslastung kann die Anlage bis zu 1600 Campingbusse an 31 Tagen aufnehmen. Im September, dem zweitstärksten Monat des Jahres, waren es nur noch 950 Übernachtungen. Danach folgen August (716), Juni (484) und Februar (278). Zum Vergleich: Vergangenes Jahr war die Wohnmobil-Oase am Wasserturm in sieben aufeinanderfolgenden Monaten komplett ausgebucht.

Deutsche Kennzeichen dominieren

Dieses Jahr kommen die meisten Gäste – ungefähr 64 Prozent – aus Deutschland. Besucherinnen und Besucher aus dem Nachbarland Frankreich machen rund elf Prozent aus, weshalb durchschnittlich 25 Prozent der Gäste aus anderen Ländern anreisen. Ungewohnt dabei: Alle Wohnmobile kamen aus Europa. In den vergangenen Jahren konnten die TDK zum Beispiel noch Reisende aus Südkorea, Brasilien und Südafrika auf der Anlage begrüßen.

08.10.2020

 

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