154 Gebäudeschäden nach Erdbeben in Kehl gemeldet – Gutachter nehmen Kontakt mit Betroffenen auf

302 Hauseigentümer von der deutschen Rheinseite haben bislang Schäden an ihren Gebäuden beim Geothermie-Unternehmen Fonroche angemeldet. 154 davon stammen aus Kehl, 110 aus Rheinau, wie die Firma auf Nachfrage mitgeteilt hat. Die übrigen Schadenmeldungen kamen aus Neuried, Oberkirch, Offenburg, Renchen, Appenweier und Willstätt. Derzeit prüfen Sachverständige aus einem von Fonroche beauftragten Düsseldorfer Büro, ob die Schäden mit den durch die geothermischen Aktivitäten ausgelösten Erdbeben zusammenhängen. Sie nehmen Kontakt mit den Betroffenen auf.

Bei den Ortsterminen wird der Gutachter die Schäden daraufhin überprüfen, ob sie in einem Zusammenhang mit den Erdbeben stehen, die sich seit dem 27. Oktober 2020 ereignet haben. Er wird also, abhängig vom Gebäudetyp, die Art des Schadens untersuchen, dessen Alter und die Entfernung zum Epizentrum des Bebens (und zwar im Zusammenhang mit der Schwingungsgeschwindigkeit des Bodens, welche für die durch die Erdstöße an der Oberfläche erzeugte Energie ausschlaggebend ist).
Die Firma Fonroche weist daraufhin, dass betroffene Hausbesitzer den Schaden zusätzlich bei ihrer eigenen Versicherung melden können. Die Begutachtung könne dann mit je einem Experten der beiden Versicherungsgesellschaften erfolgen.
Wird durch die Begutachtung ein kausaler Zusammenhang zwischen Schaden und Erdbeben bestätigt, legt der betroffene Hausbesitzer dem Sachverständigen eine Kostenschätzung für die Reparatur vor. In der Folge wird ein Entschädigungsprotokoll erstellt, das vom Geschädigten und vom Sachverständigen unterzeichnet wird. Auf dieser Basis erfolgt dann die Zahlung.
Laut Mitteilung von Fonroche ist es dem Unternehmen wichtig, dass die Schadensmitteilungen fortlaufend bearbeitet werden und bittet die betroffenen Hausbesitzer, sich zu melden, wenn es im Ablauf Probleme geben sollte.

Hintergrund:
Das Geothermie-Unternehmen Fonroche hat im Rahmen des von der Eurométropole de Strasbourg organisierten Arbeitskreises zur Analyse und Aufarbeitung der durch das Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Raffinerie Reichstett/Vendenheim ausgelösten Erdbeben, den Stand der Schadenserhebung – vor allem auf der französischen Rheinseite – kurz dargestellt. Für die Begutachtung der Schäden in Kehl und Rheinau habe die Versicherung eigens ein deutsches Sachverständigenbüro beauftragt. Im Arbeitskreis sind auch der Eurodistrikt und die Stadt Kehl vertreten.

19.02.2021

 

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