Bürger:Rathaus an der Hauptstraße 84: Projektgruppe erarbeitet Nutzungskonzept

Das Weinbrennerhaus, die Villa RiWa, die ehemalige BB-Bank an der Blumenstraße, das Kasernengebäude im Hafengebiet, das Rathaus III an der Großherzog-Friedrich-Straße und das TDK-Gebäude – die Stadtverwaltung unterhält eine Reihe von Außenstellen, die sanierungsbedürftig sind beziehungsweise den Anforderungen der untergebrachten Produktbereiche nicht mehr vollumfänglich entsprechen. Die Außenstellen zu sanieren, instand zu setzen oder zu modernisieren wäre jedoch mit hohen Kosten verbunden. Daher plant die Stadt, an der Hauptstraße 84 Räumlichkeiten in dem dort entstehenden Neubau anzumieten. Welche Bereiche der Stadtverwaltung dort zentral untergebracht werden könnten, beschäftigt derzeit eine vom Gemeinderat eingesetzte Projektgruppe.

Neue Adresse für ein modernes Verwaltungszentrum: An der Hauptstraße 84 ist ein Neubau geplant, in den sich die Stadtverwaltung einmieten möchte.zoom

Mit einem sogenannten Letter of Intent (eine Art Absichtserklärung) hat der Gemeinderat bereits in einer Sitzung Ende 2019 gegenüber der Sparkasse Hanauerland signalisiert, einige Etagen in dem bereits geplanten Neubau an der Hauptstraße 84 anmieten zu wollen. So könnten die notwendigen Sanierungsmaßnahmen angegangen werden und die Mitarbeitenden wären an einem zentralen Ort untergebracht. Weil die Sparkasse das Projekt über ein Immobilienunternehmen abwickeln lässt, würde zudem das städtische Gebäudemanagement personell entlastet. Dadurch würden wertvolle Kapazitäten für andere Projekte frei. Im Herbst 2020 unterbreitete die Verwaltung der Politik erstmals den Vorschlag, an der neuen Adresse ein modernes Verwaltungszentrum zu schaffen, das gleichzeitig eine zentrale Anlaufstelle für sämtliche Bürgeranliegen wäre. Der Vorschlag mündete in einer Klausurtagung, bei der Verwaltung und Gemeinderat vier Kernaspekte festlegten, die mit dem Neubau verwirklicht werden sollen:

  • „Den Bürger*innen nah sein – Services aktiv gestalten“: Bürgerinnen und Bürger sollen an einem zentralen Ort sämtliche für sie relevanten Dienstleistungen nachfragen können – und das in einem modernen Bürger:Rathaus, das gut erreichbar ist. Die Rede ist hierbei von einem konsequenten Fokus auf Kundenbedürfnisse. Behördengänge sollen sich an der neuen Adresse durch kurze Wege auszeichnen.
  • „Kommunalpolitik neu verORTen“: Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an Kommunalpolitik soll gesteigert werden, indem der Ratssaal als Begegnungsraum von Politik, Bürgerinnen und Bürger und Verwaltung räumlich neu gestaltet wird. Das könnte etwa durch einen neuen, modernen Sitzungssaal an der Hauptstraße 84 erreicht werden, der beispielsweise für Gemeinderatssitzungen mehr Zuschauerplätze bietet. Dort könnten auch neuartige Beteiligungsformate ausprobiert werden.
  • „Inklusion und Teilhabe verwirklichen“: Nicht alle Außenstellen der Stadtverwaltung entsprechen den derzeitigen Anforderungen an die Barrierefreiheit. Ein Beispiel hierfür ist das Weinbrennerhaus an der Hauptstraße 22. Weil es weder eine Rampe noch einen Aufzug gibt, fällt es Menschen mit Beeinträchtigungen bislang schwer, beziehungsweise in einigen Fällen ist es ihnen gar unmöglich, Beratungsangebote in dem Gebäude wahrzunehmen. Um den eigenen Ansprüchen sowie den gesetzlichen Bestimmungen zur Barrierefreiheit gerecht zu werden, sollen Dienstleistungen, die von Bürgerinnen und Bürgern besonders stark nachgefragt werden im geplanten Neubau ebenerdig zu finden sein.
  • „Arbeitswelten gestalten – Transformation der öffentlichen Verwaltung unterstützen“: Modern sollen die neuen Räumlichkeiten nicht nur für Bürgerinnen und Bürger sein, sondern auch für Mitarbeitende der Stadt. Ergonomie und Arbeitsökonomie, kurze Dienstwege und Technik auf dem Stand der Zeit sollen der Stadtverwaltung dabei helfen, neue Arbeitsprozesse umzusetzen, den Bürgerinnen und Bürgern eine noch bessere Dienstleistung anbieten und sich nach außen als moderne Arbeitgeberin präsentieren zu können.
Die Frage, welche Bereiche der Stadtverwaltung an der Hauptstraße 84 einziehen sollen, gilt es noch zu klären.zoom

Im Frühjahr 2021 hatte der Gemeinderat eine rund 20-köpfige Projektgruppe eingesetzt, die anhand dieser Kernthemen ein Nutzungskonzept für den geplanten Neubau an der Hauptstraße 84 ausarbeiten soll. Um herauszufinden, welche Anforderungen die potenziellen neuen Büro- und Besprechungsräume vonseiten der Verwaltung erfüllen müssen, hatte die Projektgruppenleitung städtische Fach- und Produktbereichsleiterinnen und -leiter jüngst zu einer Sitzung in der Stadthalle eingeladen. Der Fachbereichsleiter für Bildung, Soziales und Kultur, Patrik Hauns, die Produktbereichsleiterin für Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Schulen, Binja Frick, der Betriebsleiter der Technischen Dienste Kehl, Bodo Kopp, der Produktbereichsleiter für städtische Liegenschaften, Guido Karsten, sowie der Produktbereichsleiter des Bürgerservices und des Ausländerbüros, Philip Johannes, verschafften der Projektgruppe einen Überblick darüber, wie derzeit in den Außenstellen sowie im Bürgerservice im Rathauserdgeschoss gearbeitet wird, welche Dienstleistungen in den einzelnen Bereichen angeboten werden und welches Optimierungspotenzial es an den jeweiligen Stellen gibt. Häufig benannt wurden dabei: fehlende Barrierefreiheit, ausbaufähiges W-Lan, nicht mehr zeitgemäße digitale Infrastruktur, Produktivitäts- und Zeitverluste aufgrund fehlender Kommunikations- und Dienstwege sowie zusätzlicher Raumbedarf für ein wachsendes Aufgabenfeld, für Mitarbeitende und Auszubildende.

Noch kein konkretes Raumprogramm

Inzwischen steht die Projektgruppe kurz davor, einen Ergebnisbericht fertigzustellen. Dieser Bericht bildet eine wichtige Entscheidungsgrundlage für den Gemeinderat, ob die Stadtverwaltung sämtliche Stockwerke des Sparkassen-Neubaus anmietet oder nur vereinzelte. Erst im Anschluss daran wird sich die Frage klären, welche Verwaltungseinheiten an die neue Adresse umziehen und welche Außenstellen in der Folge aufgelöst werden können. „Über ein konkretes Raumprogramm haben wir noch nicht gesprochen“, sagte der Erste Beigeordnete Thomas Wuttke in der jüngsten Sitzung in der Stadthalle. Auch ein abschließender Mietvertrag wurde noch nicht unterzeichnet.

20.11.2021

 

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